Wir bilden ein Kollektiv, eine Gemeinschaft von sechsundzwanzig Typen zur optischen Darstellung des menschlichen Gedankengutes. Obwohl sich in der Regel der Kollektivismus gegen den Individualismus und den Liberalismus wendet, bleibt in unserer großen Ordnung die Eigenständigkeit jeder einzelnen Type erhalten. Dieses Aneinanderreihen und Einordnen von eigenständigen und aussagestarken Individuen, dürfte ein Grund für die seit Jahrtausenden bestehende Ordnung unserer Gemeinschaft sein.
In dieser Vereinigung von Typen zu Wortgebilden, den sichtbaren Gedanken, findet sich eine Merkwürdigkeit. Die Festlegung der Reihenfolge unserer Mitglieder von ein bis sechsundzwanzig entstand lediglich durch anreihende Neuzugänge an die Kollektivgründer. Es gibt also innerhalb unserer Gemeinschaft keine Rangklassifikation. Um so erstaunlicher und Zeugnis der starken Persönlichkeiten aller sechsundzwanzig Typen ist die Eigenart, dass die erste Type eines Wortzusammenschlusses den nachfolgenden an bestimmender Aussagekraft überlegen ist. Damit erhält jeder innerhalb des Kollektives die Möglichkeit, sich an die aussagestärkste Stelle zu setzen.
Ich bin das Q und die Nummer siebzehn unserer Gesellschaft. Den Nachweis meiner Qualifikation in unserem Kollektiv erbrachte ich bereits in der Antike. Tonnenschwere Quadern ordnete ich mit ihren Quadratflächen zu zeitlosen Monumentalbauten. die Quelle vieler Qualen sind die Zeugen meiner Größe und finden noch heute zahlreiche Bewunderer. Durch den Qualm wird meine Gestalt in ein helles Grau getaucht.
Ich bin das R und achtzehnes Mitglied unsere Kollektives. Die Flucht vor der Realität in den Rausch des Vergessens endet in tiefer Resignation und Reue. Religion, das Verhältnis des Menschen zum Göttlichen, ist der wahre Reichtum. Die Reinheit meiner Reden und die Reife meines Rates bringen innere Ruhe. Als Richter über Recht und Unrecht ist meine Farbe Rehbraun.
Ich bin das S, die neunzehnte Figur unseres Systems. Der sich windende Strom und die kriechende Schlange symbolisieren am deutlichsten meine Gestalt. Als Sonderling in unserer Gemeinschaft sorge ich für Bewegung. Der wandernde Sand der Dünen, die Strahlen der Sonne, das flatternde Segel der Sterne und Spiralnebel sind Bewegungen, auf die ich als S Einfluss nehme. Eingehüllt in den Schleier tanzender Schneeflocken strahle ich in leuchtendem Weiss.
Ich bin das T und die zwanzigste Type unseres Teams. Das kreuzförmige Aussehen unterstreicht meine schwarze Bedeutung, denn ich stehe für Trauer, Tränen, Tod. Der Tag weicht der Schwärze der Nacht und mit einem Trommelgewirbel beginnt die Tragödie. Tote stehen auf und vereinen sich zu einem wilden Tanz. Ein Taumel erfasst der Turm schwarzer Gestalten. Der Morgen bringt das Erwachen und befreit von einem Traum.
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